1995 Ausstellungen
Museum für angewandte Kunst
Frankfurt

Knoten aus Alt-China

Knotting from ancient China

Organisiert von HICA, organized by HICA
EINLEITUNG

1. Idee
2. Eine kleine Kulturgeschichte der chinesischen Knoten
3. Knoten aus dem alten China

AUSSTELLUNGEN
1) 22.5 - 16.6.95 Tübingen
2) 2.9 - 15.10.95 Frankfurt
3) November 95 Heidelberg
BERICHTE
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 10.9.95
KURSE
Knotentechnik Mai 95
LYDIA CHEN
Biographie
Ausstellungen
DIA VORTRAG
Museum für angewandte Kunst, Frankfurt

EINLEITUNG
Idee
Vor zwei Jahren traf ich auf einer internationalen Restauratoren-tagung eine Kollegin, die Probleme damit hatte, einen historischen Knoten zu rekonstruieren. Ich erinnerte mich an Frau Lydia Chen und hatte die Idee, sie von Taiwan nach Deutschland zu einem Kurs über Knotenkunst einzuladen und einige Ausstellungen gestalten zu lassen. Zu meiner großen Freude und Glück hat Frau Chen zugesagt. So sind drei Ausstellungen und ein Kurs entstanden.

Eine kleine Kulturgeschichte der chinesischen Knoten

Vor etwa 18 000 Jahren waren die Höhlenmenschen, die nahe dem heutigen Beijing lebten, in der Lage nicht nur Kleidung zu nähen, sondern auch Schnüre zu nutzen, um Steine und Holz zu verbinden und Muscheln daran aufzureihen. In der Ur-Gesellschaft wurden Schnüre nicht nur zum Verbinden von Dingen genutzt, es wurden auch Schnüre zu Fischernetzen verknotet.

Mit der Zeit wurde die Anwendung von Knoten abstrahiert. Knoten in Schnüren dienten als Notizen und waren damit ein Vorläufer der chinesischen Bild- und Schriftzeichen. Ein Beispiel mag das verdeutlichen:


Altes Heutiges Chinesisch Bedeutung

Einfachste Knoten wurden Bestandteil von Schmuckstücken. Gehobene Gebrauchsgegenstände wie Jadeketten, Fächer, chinesische Steinstempel wurden mit kunstvollen Knoten dekoriert. Es ist erstaunlich, welch komplizierte Strukturen mit einem einfachen Medium wie einer Schnur gefertigt werden können.

Knoten hatten auch einen Symbolgehalt entwickelt, wie folgendes Gedicht von Wei Ti (6. Jahrhundert) zeigt:

Ich träumte,
die Seidenschnüre um unsere Taillen
seien zusammengebunden
zu einem Knoten
der wahrhaft Liebenden.
Anstelle eines Liebesbriefes wurde der "Knoten der wahrhaft Liebenden" als Symbol inniger Zuneigung überreicht.
Die Knotenkunst erreichte ihren Höhepunkt in der Zeit der Tang-Dynastie (618 - 906). Diese Zeit war auch ein Höhepunkt der chinesischen Kultur, in der Dichter und Maler wie Li Bo und Du Fu lebten. Die Knoten sind auf vielen chinesischen Bildern als Bestandteil der Kleidung von Personen zu sehen.

Hai Yen Hua-Ströfer


Knoten aus dem alten China

Noch vor fünfzig Jahren war die Knotenkunst ein fester Bestandteil des chinesischen Lebens. Knoten fanden praktische Verwendung im Alltag. Bei Festen und Zeremonien wurden sie als Schmuck und Symbole getragen.

Mit der fortschreitenden Industrialisierung und der Nutzung ihrer Produkte ist die praktische Verwendung von Knoten verschwunden und mit den politischen Umbrüchen auch ihre Bedeutung als Schmuck und ihr Symbolgehalt.

Frau Chen vom Palastmuseum aus Taipei/Taiwan/Republik China hat die Knotenkunst wiederentdeckt. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie, die Dichter, Maler, Kunsthistoriker und Photographen hervorgebracht hat. Ursprünglich war sie Lehrerin für Physik und Chemie. Von einem alten Handwerker am Museum hatte sie zunächst zwei Knoten gelernt. Sie war begeistert von der handwerklichen Fertigkeit, der Ästhetik und Perfektion der Knoten und dem zugrundeliegenden intellektuellen Reiz des Knoten-knüpfens.

Sehr bald arbeitete sie am Palastmuseum in der Gewand- und Schmuckabteilung, wo sie weiter die Ursprünge und die Vielfalt der chinesischen Knotenkunst erforschte.

Seitdem hat sie mehrere Bücher über dieses Thema herausgegeben, international Vorträge gehalten und Kurse und Ausstellungen organisiert.

Archäologische Forschungen lassen darauf schließen, daß es Knoten-Verbindungen in China seit etwa zehntausend Jahren gegeben hat. Sie waren ursprünglich eine zum Nähen erforderliche Fertigkeit.

Im Laufe der Jahrhunderte begannen die Knoten eine Funktion in und aus sich selbst zu erhalten und wurden schließlich auch wegen ihrer komplizierten Schönheit geschätzt. Die Chinesen betrieben diese Ornamentierung als ernsthafte Kunstform und verwandten viel Zeit und Energie auf die Vervollkommnung neuer und noch komplizierterer Knoten. Was heute noch davon blieb, ist nicht nur ein Wunder an technischem Einfallsreichtum – es ist ein Ergebnis des Strebens der Kreativität eines Volkes nach ästhetischem Ausdruck.

Studiert man die Muster chinesischer Knoten, so betritt man die Welt der chinesischen Volkssymbole für Glück. Man findet Muster, die den Symbolen für Langlebigkeit, Glück, buddhistische Schätze, Wohlstand und der Gemeinsamkeit allen Seins nachgebildet sind, um nur einige zu nennen.

Insgesamt gibt es dreizehn Grundknoten, die durch Variation und Kombination zu einer unendlichen Fülle von möglichen Strukturen verknüpft werden können. Mittlerweile ist daraus in Asien wieder ein beliebtes Kunsthandwerk geworden. Jedes Jahr gibt es in Japan, Taiwan und Korea Wettbewerbe und Ausstellungen. In den Schulen in Taiwan ist das Knotenknüpfen obligatorisch in den Werkkurs aufgenommen worden.

Im Mai 1995 hat Frau Chen in Blaubeuren einen Kurs in der chinesischen Knotenkunst in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen und dem Internationalen Restauratorenverband IADA gegeben. Die zugehörige Ausstellung, die nun im Museum für Kunsthandwerk in Frankfurt gezeigt wird, wurde zuvor in Tübingen und Mannheim vorgestellt.

Hai-Yen Hua-Ströfer

erschienen in: Textilkunst international 9.95


AUSSTELLUNGEN
1) Tübingen 22.5.95 – 16.6.95 Alte Chinesische Knotenkunst
2) Frankfurt 2.9.-15.10.95 Museum für angewandte Kunst, Frankfurt am Main
3) Heidelberg November 95 Kulturabend bei Frau und Herrn Dr. Andreas-Griesbach, Heidelberg

BERICHTE
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 10.9.95

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 10.9.95
Konstanze Crüwell

Der Knoten zum Glück für ein langes Leben
Ausstellung im Museum für angewandte Kunst

FRANKFURT. Seglerknoten finden manche schon kompliziert genug, und mit den eigenen oder fremden Seelenknoten richtig umzugehen kann mindestens ähnlich schwierig sein. Mit dem Gordischen Knoten oder dem Knoten, der bei einem begriffsstutzigen Zeitgenossen endlich platzt, haben sich unsere sprachlichen Knoten-Variationen aber auch schon fast erschöpft.

Anders in China: Dort gilt der Knoten als Symbol für alle möglichen positiven Dinge, zum Beispiel für Wohlstand, langes Leben, Glück, als „unendlicher“ Knoten für die Ewigkeit, sogar für die Eingeweide Buddhas und – was unmittelbar einleuchtet – auch für die Liebe: „Ich träumte / die Seidenschnüre um unsere Taillen / seien zusammengebunden / zu einem Knoten / der wahrhaften Liebe“ (Wei Ti, 6. Jahrhundert nach Christus).

Der hohen Werthaltigkeit dieser Symbole entsprechend spielte die traditionelle Knotenkunst , die ihren Höhepunkt in der Tang-Dynastie (618 bis 906) erlebte, lange eine große Rolle im Land. Noch vor knapp zwei Generationen gehörte sie ganz selbstverständlich zum chinesischen Dasein. Elegant geknüpfte Knoten dienten bei festlichen Anlässen als repräsentativer Schmuck der Kleidung, verzierten prunkvolle Sessel, Glockenspiele, Palastlaternen, Haarnadeln und vieles andere mehr. Weil man diese dekorativen Knoten meist aus den leider ziemlich vergänglichen Seidenkordeln herzustellen pflegte, existieren heute nicht mehr viele Arbeiten, die älter als 100 Jahre sind.

Aber die alte chinesische Knotenkunst wurde inzwischen wiederentdeckt: Das Frankfurter Museum für Kunsthandwerk stellt derzeit die außerordentlich reizvollen Arbeiten von Lydia Chen vor. Sie hatte sich im National Palace Museum in Taipei für die raren Knotenkunstwerke aus der Quing-Zeit (1644 bis 1912) begeistert und daraufhin begonnen, von einem alten Museumskustos zunächst die 13 Grundknoten zu lernen, die sie dann variierte.

Später arbeitete sie nach historischen Vorlagen, schuf auf diese Weise immer schönere und kompliziertere Knoten und entwickelte sich mit der Zeit zu einer anerkannten Expertin für diese Kunstform, die praktisch schon ausgestorben war.

Inzwischen wird aber wieder in ganz Asien mit großem Eifer kunstgeknotet. In der kleinen Ausstellung im Museum für angewandte Kunst sind zahlreiche Knoten zu sehen, zarte, antikwirkende Schmuckstücke aus ganz dünnen Goldfäden, reizvolle Ornamente, die aus dickeren Seidenschüren geknotet sind.

Inszeniert sind die Arbeiten von Lydia Chen mit alten chinesischen Kunstwerken, die ebenfalls Knoten-Motive aufweisen: Eine Vase aus der Ming-Zeit zeigt entsprechend geschmückte Damen, eine buddhistische Frauenskulptur hat ebenfalls einen Zierknoten an ihrem Kleid.

Frau Chens kunsthandwerkliche Fähigkeiten und ihr Geschmack sind bei ihren traditionsverhafteten Arbeiten bewundernswert. Weniger überzeugt ihr modernes Knoten-Blumenbild (bis 15. Oktober).


KURSE
Mai 95 in Tübingen
Knotentechnik aus dem alten China

Eine Fortbildungsveranstaltung für Restauratoren veranstaltet von WIT-WissenTransfer, Universitätsbund Tübingen, Universitätsbibliothek Tübingen und IADA (Internationale Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Graphikrestauratoren)

Termin: 8. bis 12. Mai 1995 im Heinrich-Fabri-Institut der Universität Tübingen.

Auf dem Rucken 35, D-89143 Blaubeuren. Tel.: 07344/45 29


Lydia Chen
Biographie  
1940 geboren in Lo - Ching / Chekiang / China
1948 Übersiedlung nach Taiwan
1963
Bachelor of Science in Agrarchemie
Zong - Hsing - Universität / Taiwan
1963 - 1975 Lehrerin für Chemie und Physik an einem Gymnasium in Taipei
1978 - 1980 Unterricht über Knotenkunst am Shih - Chien - College for Home Economics
ab 1980 g
Associate Research Fellow am Palast - Museum / Taipei, Schmuck- und Gewandabteilun

Ausstellungen von Lydia Chen
1978 Die Künstlerfamilie Zuang Historisches Nationalmuseum Taipei Taiwan
1980 Zuang Dse, Ma Hao, Lydia Chen Galerie "Port de Dragon" Taipei Taiwan
1981 Chinesische Knotenkunst China Institute New York USA
1983 Knotenkunst Historisches Nationalmuseum Taipei Taiw
1984 Knotenkunst Da - Zhong Gallerie Singapur
1984

Korea, Japan, Taiwan Knotenkunst aus drei Ländern
Erste Ausstellung

Tong- De Museum Seoul Korea
1985

Korea, Japan, Taiwan Knotenkunst aus drei Ländern
Zweite Ausstellung

Historisches Nationalmuseum Taipei Taiwan
1986 Modernes Kunsthandwerk in Taiwan Amt für Denkmalpflege Taipei Taiwan
1987

Korea, Japan, Taiwan Knotenkunst aus drei Ländern
Dritte Ausstellung

Verkehrsmuseum Tokyo Japan
1988

Korea, Japan, Taiwan Knotenkunst aus drei Ländern
Vierte Ausstellung

Museum of Fine Art Seoul Kor
1989 Moderne Kunst in Taiwan Palastmuseum Taipei Taiwan
1989 Knoten Amt für Denkmalpflege Taipei Taiwan
1990 Wanderausstellung sechs Städte in Taiwan  
1991

Korea, Japan, Taiwan Knotenkunst aus drei Ländern
Fünfte Ausstellung

Historisches N

Taiwan
1992 Modernes Kunsthandwerk Galerie im internationalen Konferenzzentrum Taipei Taiwan
1992 Knotenkunst Science Museum Dallas USA
1994

Korea, Japan, Taiwan Knotenkunst aus drei Ländern
Sechste Ausstellung

Kultur Museum Kyoto Japan
1995 Web- und Flechtkunst Kulturzentrum Taizong Taiwan
1995

Das Künstlerehepaar Lydia Chen und Zhuang Lin
Knoten und Photographien

Museum Tainan Taiwan
1995 Alte chinesische Knotenkunst

Universitätsbibliothek Tübingen
Museum für angewandte Kunst, Frankfurt

Deutschland
1997

Korea, Japan, Taiwan Knotenkunst aus drei Ländern
Siebente Ausstellung

Völkerkundemuseum Seoul Korea
1999

Korea, Japan, Taiwan Knotenkunst aus drei Ländern
Achte Ausstellung

Historisches Museum Taipei Taiwan
2000 Knotenkunst Zentrales Archivamt Taipei Taiwan
2001 Lackkunst Paris, New York  

DIA VORTRAG
Diavortrag 2. September 95

Hai Yen Hua-Ströfer

Zur Eröffnung der Ausstellung „Alte chinesische Knotenkunst
mit Arbeiten von Lydia Chen“

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich freue mich sehr, daß Sie gekommen sind.

Ich möchte mich bei Herrn Direktor Doktor Herbst und Graf von der Schulenburg herzlich bedanken, daß Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, diese Ausstellung durchzuführen.

Seit zehn Jahren restauriere ich Bilder für das Museum für Kunsthandwerk. Es ist eine sehr glückliche Zusammenarbeit. Sie begann unter der damaligen Direktorin, Frau Doktor Ohm, und setzt sich bis in die heutige Zeit fort. Auch hierfür möchte ich Ihnen danken.

Vor zwei Jahren traf ich auf einer Tagung eine Kollegin. Sie bearbeitete als Textilrestauratorin einen Grabfund vom Mainzer Dom aus dem 13. Jahrhundert. Sie stand vor dem Problem, einen historischen Knoten rekonstruieren zu müssen. In ganz Deutschland telefonierte sie herum. Aber niemand konnte ihr helfen.

Der einzige Hinweis, den sie bekam, war, daß es ein Lotusknoten sein könnte.... und das in Mainz!

Für mich war das der Anlaß, die Knotenexpertin Frau Chen aus Taiwan nach Deutschland einzuladen. Tatsächlich ist Frau Chen gekommen und hat im Mai einen Kurs im Knotenknüpfen gegeben.

Dies ist jetzt die zugehörige Ausstellung.

Frau Chen arbeitet seit über 20 Jahren auf dem Gebiet der Knotenkunst. Von Haus aus war sie Gymnasiallehrerin für die Fächer Chemie und Physik. Eines Tages wurde sie auf einen alten Handwerksmeister am Palast - Museum in Taipei aufmerksam. Er beherrschte noch vier alte chinesische Knoten, dieser fast vergessenen Kunst.

Frau Chen bekam Interesse, Knoten zu lernen.

Von diesem Tage an hat sich ihr Leben verändert. Sie übte und erforschte die Knotenkunst. Heute arbeitet Sie in der Gewand- und Schmuck - Abteilung des Palastmuseums. Dabei hat sie viele Gelegenheiten mit alten Knoten in Kontakt zu kommen. Sie hat die ausgestorbene Knotenkunst wieder ins Leben gerufen und alte Knoten rekonstruiert. Frau Chen hat auch experimentiert und viele neue Knoten erfunden. Sie hat viele Bücher geschrieben und Ausstellungen veranstaltet.

Knotenknüpfen ist jetzt wieder ein beliebtes Kunsthandwerk in Asien. An vielen Schulen ist es ein Pflichtkurs in der Werklehre.

Knoten sind in allen Kulturen vorhanden.

Aber in China bestand eine besondere religiöse Beziehung. Schnur heißt chinesisch "chen" und das bedeutet phonetisch auch "Gott". Eine Schnur ist von der Form her wie ein Drache.

Auch die Philosophie des I-Ging, des Buches der Wandlungen ist durch das Knotenknüpfen beeinflußt.

Eine Schnur hat zunächst eine Dimension zwischen zwei Punkten, dem Anfang und dem Ende. Aber jeder Punkt auf dieser Schnur kann Ausgangspunkt von unendlich vielen Variationen sein. Es bestehen unendlich viele kreative Möglichkeiten die eindimensionale Schnur zu zwei- und dreidimensionalen Knoten zu veknüpfen. Aber diese grenzenlose Variation und Freiheit der Kreation sind von einer Regel beherrscht. Diese versteckte Regel muß man beim Knotenknüpfen kennen. Sonst entsteht nur Chaos.

Das ist auch die Grund - Lebensphilosophie des I-Ching.

Bevor die Schrift erfunden wurde, dienten Knoten als Notizen. Knoten hatten damit neben dem praktischen Zweck auch einen abstrakten Gehalt.

Bevor das Papier erfunden wurde, wurde auf Bambusstreifen geschrieben. Diese waren mit Hanf oder Lederband verknüpft.

Auch Jadesteine wurden mit Schnur zusammengebunden.

Schließlich fanden Knoten Eingang in das Kunsthandwerk. Fächer und Vorhänge waren mit Knoten dekorativ verziert.

Verschiedene Knoten wurden zu Symbolen für Glück, Liebe und Festlichkeit.

Jetzt darf ich Ihnen anhand einiger Dias die historische Entwicklung der Knoten aufzeigen:

Vor 100.000 Jahren schufen die Menschen Steine mit Löchern und kleine Steinnadeln. Durch diese Löcher und Ösen konnten bereits Schnüre gezogen werden.

Vor 10.000 Jahren wurden Schnüre benutzt, um Kleider zu machen, Fischernetze zu knüpfen und Hölzer zu verbinden.

Zur Zeit der Chou Dynyastie um 1200 bis 300 vor Christus trugen die Männer ein kleines Werkzeug mit sich, welches beim Lösen eines Knotens behilflich war; genauso wie man heute Schlüssel bei sich trägt. Dies zeigt, daß Knoten zu den Gebrauchsgegenständen gehörten.

Jetzt möchte ich Ihnen gerne 16 Dias mit Knoten aus der Vergangenheit Chinas zeigen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bedanke mich für ihre Geduld.

Graf von der Schulenburg hat mir gesagt, ich müsse jetzt zwei Stunden lang mit Ihnen Knoten üben.

Ich habe hier einige Schnüre mitgebracht und wir können anfangen zu arbeiten.

Ich hoffe, daß sich die Knoten auch in Deutschland verbreiten. Knoten - Machen ist sehr entspannend, hat meditativen Charakter und schult die Konzentration.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.


Dia 1.

Aus dem vierten Jahrhundert vor Christus, aus der Zeit der streitenden Reiche, stammt diese Bronzevase. Sie ist einem Tonkrug nachgebildet, der in einem Netz gehalten wird. Die harte Bronze wird durch die Dekoration des feinen Netzes weich und milde.

Dann sehen Sie zwei Damen aus der Zeit der Chin - Dynastie im 4. Jahrhundert nach Christus. Sie sehen an der Kleidung viele Knoten.

 

Dia 2

Steinrelief
Mutter - Göttin vom Westhimmel
Göttin Nüwa, Gott Fuqi

Prov. Shangdong
Östl. Han - Dynastie (25 - 220 n.Chr.)

Der Mythos erzählt, daß die Göttin aus Schnur einen Menschen knüpfte. Sie hat dann die Schnur in Lehm getaucht. So ist der Mensch entstanden.

 

Dia 3

Steinrelief mit dem "Zwei Münzen Knoten":

"Zwei Drachen verknoten sich"
datiert 5. Jahrhundert nach Christus

Dia 4

Steinrelief
Prozession der Kaiserin zum Buddha - Schrein

Provinz Henan
Nördliche Wei - Dynastie
4. - 6. Jahrhundert
An dem Baldachin sehen Sie viele Knoten. Diese einfache Dekoration bewegt sich mit dem Wind.

Dia 5

Budhisattva

Tang-Dynastie (618 - 906 n.Chr.)
Göttin der Barmherzigkeit

Sie sehen einen sehr komplizierten Glücksknoten mit Jade

Dia 6

Hofdame
Tonfiguren

Tang-Dynastie (618 - 906 n.Chr.)

Zu dieser Zeit hatte die Knotenkunst ihren Höhepunkt erreicht.

Die Hofdamen stehen ganz gerade. Sie sehen lange weite Ärmel und die Rückseite mit Bändern. Verschiedene Jadestücke sind mit Knotensträngen aneinander gebunden. Wenn die Dame läuft, gibt dies einen schönen Klang. Die Knoten zeigen auch den sozialen Stand an.

Um die Taille sehen Sie einen sehr einfachen Knoten. Er wird in Japan noch immer für Kimonos benutzt.

Dia7

Dame mit Fächer
von Chou Fang

Tang-Dynastie

Dia8

Silberschale mit goldenem Dekor
Wildgans

einen Blütenzweig im Schnabel tragend
Tang-Dynastie

Dia 9

Silberkanne

Goldenes Pferd mit Knotendekor
Tang - Dynastie

Dia 10

Rückseite eines Bronzespiegels
Reliefdekor mit tanzendem Phönix

Durch die mittige Öse kann eine Tragschnur gezogen und zum Knoten verknüpft werden

Tang-Dynastie

Dia11

Portrait der Kaiserin Zenzong

Song-Dynastie 11. Jh

Dia 12

Dieses Dia zeigt einen Ausschnitt aus einem Bild. Es zeigt, daß Knoten auch Bestandteil der Kleidung von Männern sind. Die weit fließenden langen Gewänder sind mit Knoten zusammengehalten.
Heutzutage knüpft man sich stattdessen ein Krawatte.

Dia13

Portait des Kaisers Shizong

(1522-1566)
Ming-Dynastie

Dia14

Dose aus weißem Steinzeug

Song-Dynastie (960 - 1279 n.Chr.)

Dia15

Ruyi
Goldlack

Qing-Dynastie 19. Jh.

Dia16

Kaiserlicher Freizeithut mit mittigen roten Knopfknoten

aus der kaiserlichen Hofwerkstatt für Schnüre, Seile, Bänder

Qing-Dynastie 19. Jh.

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