Brichte und Interviews / Reports and Interviews
Besuch in Mannheim in der Werkstatt von Frau Hua
Arbeitsgruppe Fotografie im Museum des Museumsverbandes BW Nov. 1992
Papier & Grafik Papierrestaurierung
 

 

Am Freitag, den 25. September 1992 hat sich die AG Papier und Graphik in Mannheim getroffen, um am Nachmittag die Papierrestaurierungswerkstatt von Frau Hai-Yen Hua zu besuchen. Anlaß für diesen Besuch war, daß Frau Hua von ihrem früheren Domizil im Stadtzentrum nun nach Neuostheim in ein Gewerbegebiet gezogen ist, wo sich die Bedingungen in vieler Hinsicht sehr verbessert haben. Die Umbauarbeiten sind abgeschlossen, aufwendige Installationen sorgen dafür, daß optimal gearbeitet werde kann.

In zwei großen, hallenartigen Räumen, einem Nass- und einem Trockenraum. Es werden zu ca. 30 % asiatische, zu 70 % europäische Papiere restauriert.

Es wurde als Fotodokumentation eine breite Palette von restaurierten Karten, Graphiken, Buchrollen etc. präsentiert. Besonders beeindruckend war die Vorstellung einer hinterlüfteten Papiertrockenwand, auf der angeheftete Papiere (auch äußerst große, wie etwa asiatische Rollbilder) langsam trocknen können.

Hier, im Asiatica-Bereich, behandelt Frau Hua auch Bilder auf Seide. Klebe- und Kaschierungsprobleme, und das heißt oft: Schimmel kennt sie gut. Sie arbeitet mit reiner Weizenstärke, die das schimmelverursachende Glutein nicht enthält. Außerdem ist ihr Kleister, den sie aufwendig schlägt und passiert, ganz dünn "wie Milch". Kaschierungen mit abwechselnd lang- und kurzfaserigen Papieren, die durch gegenläufige Laufrichtung ihre Spannung ausgleichen, wurden an den großen und zusammenstellbaren Arbeitstischen vorgeführt, die unterschiedliche Farbigkeit haben, damit sich das je andere Papier von seiner Unterlage auch abhebt. Es wurde mit verschiedenen Pinseln (weichem Ziegenhaar und fester Kokosfaser) gestrichen und geglättet.

Der Zufall wollte es, dass gerade einige Globen zur Restaurierung anstanden, so dass die diffizile Gips/Papierverbindung mit allen Schwierigkeiten gezeigt werden konnte (Klima/Schimmel/konvexe Oberfläche), was die Mitarbeiterin auf Zeit, Frau Moyesch aus Österreich, kenntnisreich tat.

Eckhard Ströfer erklärte die maschinelle Ausstattung mit Wasserauf-bereitungsanlage, einem Vakuumtisch, einem Dampfkasten sowie - last but not least - einem Leimrührtopf.

Es war für das Dutzend interessierter Museumsleute ein faszinierender Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen der Restaurierung, die von Frau Hua mit viel Einfühlungsvermögen und Kenntnis aufwendiger Materialien (z. B. Papieren, die nach ihrer Aussage immer schlechter zu bekommen sind) und in enger Absprache mit ihren Auftraggebern (und das sind kleine wie große Museen) betrieben wird.

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The Hai Yen Institute for Conservation of Works of Art

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