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Am Freitag, den 25. September 1992 hat sich die AG Papier und
Graphik in Mannheim getroffen, um am Nachmittag die Papierrestaurierungswerkstatt
von Frau Hai-Yen Hua zu besuchen. Anlaß für diesen Besuch
war, daß Frau Hua von ihrem früheren Domizil im Stadtzentrum
nun nach Neuostheim in ein Gewerbegebiet gezogen ist, wo sich die
Bedingungen in vieler Hinsicht sehr verbessert haben. Die Umbauarbeiten
sind abgeschlossen, aufwendige Installationen sorgen dafür,
daß optimal gearbeitet werde kann.
In zwei großen, hallenartigen Räumen, einem Nass- und
einem Trockenraum. Es werden zu ca. 30 % asiatische, zu 70 % europäische
Papiere restauriert.
Es wurde als Fotodokumentation eine breite Palette von restaurierten
Karten, Graphiken, Buchrollen etc. präsentiert. Besonders beeindruckend
war die Vorstellung einer hinterlüfteten Papiertrockenwand,
auf der angeheftete Papiere (auch äußerst große,
wie etwa asiatische Rollbilder) langsam trocknen können.
Hier, im Asiatica-Bereich, behandelt Frau Hua auch Bilder auf Seide.
Klebe- und Kaschierungsprobleme, und das heißt oft: Schimmel
kennt sie gut. Sie arbeitet mit reiner Weizenstärke, die das
schimmelverursachende Glutein nicht enthält. Außerdem
ist ihr Kleister, den sie aufwendig schlägt und passiert, ganz
dünn "wie Milch". Kaschierungen mit abwechselnd lang-
und kurzfaserigen Papieren, die durch gegenläufige Laufrichtung
ihre Spannung ausgleichen, wurden an den großen und zusammenstellbaren
Arbeitstischen vorgeführt, die unterschiedliche Farbigkeit
haben, damit sich das je andere Papier von seiner Unterlage auch
abhebt. Es wurde mit verschiedenen Pinseln (weichem Ziegenhaar und
fester Kokosfaser) gestrichen und geglättet.
Der Zufall wollte es, dass gerade einige Globen zur Restaurierung
anstanden, so dass die diffizile Gips/Papierverbindung mit allen
Schwierigkeiten gezeigt werden konnte (Klima/Schimmel/konvexe Oberfläche),
was die Mitarbeiterin auf Zeit, Frau Moyesch aus Österreich,
kenntnisreich tat.
Eckhard Ströfer erklärte die maschinelle Ausstattung
mit Wasserauf-bereitungsanlage, einem Vakuumtisch, einem Dampfkasten
sowie - last but not least - einem Leimrührtopf.
Es war für das Dutzend interessierter Museumsleute ein faszinierender
Einblick in die Möglichkeiten und Grenzen der Restaurierung,
die von Frau Hua mit viel Einfühlungsvermögen und Kenntnis
aufwendiger Materialien (z. B. Papieren, die nach ihrer Aussage
immer schlechter zu bekommen sind) und in enger Absprache mit ihren
Auftraggebern (und das sind kleine wie große Museen) betrieben
wird.
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